stickyandlocked Wichtig Internet über Satellit - Test von getinternet.de


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21 Mär 2013 09:55 - 21 Mär 2013 10:17 #53698 von andi
Einleitung:

In den letzten Wochen und Monaten rücken Fragen zu Alternativen zu herkömmlichen DSL-Anschlüssen immer stärker in den Fokus unseres Forums. Das können - in mit Sendeeinrichtungen versorgten Gebieten - Mobilfunkanbieter sein - das können aber auch ganz andere Techniken wie “Internet über Satellit” sein. Unser Moderator Dreamer hat daher vor einigen Monaten Kontakt zu verschiedenen Anbietern aufgenommen, deren Angebote mittlerweile auch für Privatanschlüsse erschwinglich wurden. Unser Dank gilt der Firma getInternet ( www.getinternet.de ), die uns eine Testanlage für drei Monate kostenfrei zur Verfügung stellt.



Die vollständige Produktpalette ist hier zu finden:

www.getinternet.de/shop/high-speed-www.html

Die Tarife unterscheiden sich nicht von der Bandbreite, die beträgt überall 20 Mbit down und 6 Mbit up, sondern lediglich im Volumen (M = 10 GB, L = 20 GB + Nachtoption, XL = 30 GB + Nachtoption, Flat = NoLimit)

Dieser Bericht stellt in Form eines “Tagebuchs” unsere Erfahrungen dar.


1) Lieferung und Montage

Das Paket wird vom österreichischen Installations-/Montagepartner von getinternet, der Firma Enko aus Judenburg, wegen der räumlichen Nähe direkt an Dreamer übergeben, der es persönlich abholt.









Bei der Montage ist zu beachten, daß eine freie Sicht nach Süden für den Betrieb des Systems zwingend notwendig ist, in Nordlagen ohne Sicht in Südrichtung kann das System nicht betrieben werden. Wenn die lokalen Gegebenheiten - freie Sicht nach Süden jetzt vorausgesetzt - es zulassen, sollte die Montage der Antenne an einer gut zugänglichen Stelle erfolgen, um bei ihrer Ausrichtung, die nach der Montage durchgeführt wird, auch zu zweit arbeiten zu können. Die Ausrichtung der Antenne ist der kritische Arbeitsschritt, von dem Leistungsfähigkeit und Stabilität des Systems im laufenden Betrieb abhängen.









Die Ausrichtungsprozedur ist zweistufig angelegt - in einem ersten Schritt erfolgt die Grobausrichtung der Antenne, und im zweiten Schritt wird mit Stellschrauben die Feinjustierung vorgenommen. Insgesamt ist die Installation eine Spielerei, das liegt in der Natur der Sache, das Installationssystem von getInternet ist aber von der Bedienung her gesehen intuitiv und umfassend gehalten, sodass keine Spezialwerkzeuge, -messgeräte oder tiefere Fachkenntnisse, sondern lediglich ein PC oder Laptop, eine Wasserwaage sowie ein Kompass erforderlich sind, um die Antenne korrekt auszurichten. Die Details sind in einem Installationsvideo (online oder USB-Stick) so gut dokumentiert, dass auch Laien, die eine derartige Anlage zum ersten Mal in Betrieb nehmen, mit etwas Geduld diese Prozedur erfolgreich durchführen können. Für jene, die die Anlage nicht selbst montieren oder installieren wollen, bietet getInternet abgestufte Montagepakete an, deren Details weiter unten angeführt sind.

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Letzte Änderung: 21 Mär 2013 10:17 von andi.
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21 Mär 2013 10:04 - 21 Mär 2013 10:18 #53699 von andi
Der Vollständigkeit halber noch eine Kurzbeschreibung der Ausrichtungsprozedur:

Die Ausrichtung der Antenne wird durch zwei Winkel charakterisiert:
Azimut (azimuth) und Höhe (elevation).
Der Azimut ist jener Winkel, den der Ausleger mit der Südrichtung einschließt (bei einer Drehung der Antenne um die Hochachse), wobei es zwei Zählkonventionen gibt. Bei der gebräuchlicheren "Südkonvention" wird die Südrichtung als Referenz verwendet und die Zählung erfolgt in Richtung Westen. Bei der "Nordkonvention" hingegen wird die Nordrichtung als Referenz verwendet und die Zählung erfolgt in Richtung Osten.

Die Höhe ist jener Winkel, den der Ausleger mit der Horizontalen einschließt (bei einer Drehung um die Querachse).

Diese zwei Größen sind von der geographischen Länge und Breite des Standorts sowie von lokalen Gegebenheiten (z.b. Neigung der Hausmauer) abhängig, sodass nur Richtwerte angegeben werden können. In Österreich bewegt sich der Azimut zwischen 180 Grad und 190 Grad (Nordkonvention), die Höhe zwischen 33 Grad und 36 Grad.

1. Grobeinstellung:

Zuerst wird der Höhenwinkel anhand der Skala auf der Antenne auf den entsprechenden Wert plus 1 Grad eingestellt, da das Absenken der Antenne leichter fällt als das Anheben.Mit den zwei Bügeln wird die Antenne so auf dem Mast fixiert, daß sie um die Hochachse noch leicht schwenkbar bleibt. Nachdem TRIA und Modem mit dem Koaxialkabel verbunden wurden und am Modem ein Wartungsrechner (statisch konfiguriert mit einer IP aus 192.168.100.0/24 ungleich der 192.168.100.1) angeschlossen wurde, wird die TRIA über die Konfigurationsoberfläche des Modems (erreichbar über http://192.168.100.1/install) in den Installationsmodus versetzt.








In diesem Modus signalisiert die TRIA die empfangene Signalstärke mit Piepstönen von unterschiedlicher Intervallänge - je stärker das empfangene Signal desto kürzer die Piepsintervalle. Wenn im Folgenden von "langsamen" oder "schnellen" Piepstönen die Rede ist, dann sind damit Piepstöne mit langen bzw. kurzen Piepsintervallen gemeint.

Nach Auswahl des Spotbeams signalisiert die TRIA den Moduswechsel mit einem Knacken sowie einem langsamen Piepston und am Laptop sieht man bereits die Signalstärke, die zum Abschliessen der Installation über 9dB liegen muss. Mit einer langsamen Drehbewegung in eine Richtung beginnend, wird dann der in Frage kommende Azimut-Bereich abgetastet. Eventuell nochmals retour versuchen.

Sobald das Signal des Satelliten erkannt wird, ertönt eine Art Warnton - ein mehrfaches Piepsen, und mit zunehmender Signalstärke verkürzen sich die Piepsintervalle. Da bei der Signalerkennung eine leichte Trägheit vorliegt, sollte man dann noch etwas langsamer wieder zurückdrehen. Wird das Signal nicht erkannt (weil die Antenne z.B. etwas zu hoch ausgerichtet ist), dann die Antenne um max. 2 Grad absenken und die Abtastprozedur wiederholen. Nachdem die Antenne grob ausgerichtet ist, werden die Muttern des Bügels angezogen, und man setzt die Installation mit der Feinjustierung fort.

2. Feineinstellung:

Mit der seitlich angebrachten Stellschraube wird nun durch Schwenken nach rechts und links der beste Azimut-Wert - erkennbar an den immer kürzeren Piepsintervallen und über die Anzeige des WebGUI - eingependelt. Die Pendeldrehung sollte mindestens 4- bis 5-mal
wiederholt werden, um so die durch die Trägheit des Installationssystems verursachten Ungenauigkeiten auszugleichen.

Ist der beste Wert eingestellt, müssen die Azimut-Muttern zur Fixierung der Antenne gleichmässig angezogen werden. Wenn dabei die Satellitenantenne verdreht wird, Kontermuttern wieder lösen und Einstellung korrigieren.

Danach wird auf die gleiche Weise die Einstellung der Höhenausrichtung vorgenommen. Das anliegende Signal sollte dann über 9 dB liegen. Bei unserer Testanlage lag es mit 30 Meter Kabel bei 10,8 dB.







Nach der Antennenausrichtung muss der Prozess abgeschlossen werden. Nachdem sich das Satellitenmodem am System angemeldet hat und den Status "Online" anzeigt, einfach eine Internetseite im Browser anwählen, um zur Aktivierungsseite zu kommen. Bei diesem Schritt wird zuerst noch die Version der Software des Modems überprüft und gegebenfalls aktualisiert. Danach kommt man wieder auf die gleiche Seite und kann mit "Weiter" den Aktivierungscode eingeben, den man separat von getInternet erhält. Nach der Aktivierung wird die Netzwerkkarte auf DHCP gestellt oder ein Router mit aktiviertem DHCP-Client an das Modem angeschlossen, und man ist schon im Internet. Abschließend sollte man nicht die elektrischen Rahmenbedingungen vergessen und die Anlage erden sowie mit einem Blitzschutz versehen. Diese Arbeiten können nur von qualifizierten Fachkräften durchgeführt werden.


Und so sieht das Ganze bei unserer Testanlage fertig montiert aus:



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Letzte Änderung: 21 Mär 2013 10:18 von andi.
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21 Mär 2013 10:09 - 06 Apr 2013 11:03 #53700 von andi
Erste Speedtests vermitteln einen sehr positiven Eindruck. Die versprochenen Bandbreiten werden durchaus erreicht, was wir nicht nur über den hauseigenen Speedtest, sondern auch über Praxistests vom eigenen Server, wo dieses Forum gehostet wird, und den Inode ftp-Server getestet haben, wie die folgenden Screenshots zeigen. Die Tests wurden übrigens bei starkem Schneefall durchgeführt, der keine Beeinträchtigung bewirkte.










Es stellt sich nun die Frage, was tut jemand, der nicht so viel technisches Know-How mitbringt? Für Österreich bietet die schon erwähnte Firma Enko Installationspauschalen an, die Angebote sind identisch zu getInternet in Deutschland. Details dazu:

www.getinternet.de/tooway-antenne-ausrichten/montagedienstleistung/

Ein Basispaket zu 99,95 €, bei dem der Kunde selbst die Vorarbeiten leistet, Kabel verlegt und die Sat-Antenne montiert. Die Feinjustierung und Installation übernimmt ein Techniker.

Ein Komfortpaket zu 165,95 €, bei dem die Kabelverlegung, eine Wandurchbohrung und die Montage der Anlage selbst ebenso durch einen Techniker erledigt wird.

Oder die komplett individuelle Lösung, bei dem ein Techniker im Vorfeld den Installationsaufwand einschätzt und alle notwendigen Arbeiten erledigt, hier erfolgt die Abrechnung natürlich nach Aufwand.

Kontaktdaten: getinternet Austria, c/o Azzamo, Ziegeleistrasse 18, 5020 Salzburg,Festnetz: +43(662) 243 495-0 Fax: +43(662) 243 495-75, Mailkontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Kontaktdaten Montagepartner: Harald Enko Satellitentechnik, Höhenweg 2a, A-8755 St. Peter ob Judenburg, Mailkontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


2) Technische Details

GetInternet verwendet das Tooway-System von Eutelsat Communications auf dem Satelliten Eutelsat KA-SAT 9A. Dieser ist in 36000 km (geostationäre Umlaufbahn) auf 9 Grad Ost positioniert.
Der Satellit nutzt das Ka-Band zur Übertragung der Daten im Gegensatz zu den Fernsehsatelliten, die im europäischen Raum im Ku-Band senden. Speziell für Datenservice ausgelegt, hat dieser Satellit zweiundachtzig 237 MHz Transponder, die auf 82 Spotbeams eine Kapazität von ca. 900 Mbit/s für Down- und Upload pro Spotbeam zur Verfügung stellen. Somit ergibt sich ein Gesamtdurchsatz von über 70 Gbit/s, die über 8 Uplinkstationen und 2 Backupstationen versorgt werden. Die einzelnen Uplinkstationen sind zueinander über einen Glasfaserbackbone ringförmig angebunden. Betreiber der Bodenkontrollstationen ist die Skylogic S.p.A., eine Tochter der Eutelsat Communications, mit Hauptsitz im Skypark in Turin / Italien.


Die zugewiesene IP-Adresse ist öffentlich, geroutet wird über private Zwischennetze. Der IP-Bezug erfolgt über DHCP mit einer lease time von 12h. Das Netz ist /19 (einmal sogar /18) und damit ziemlich groß. Ob sich die Größe des Netzes negativ auf die Performance auswirkt, ist noch unklar, obwohl diese Problematik durch das beschränkte Datenvolumen etwas entschäft wird.

Durch die öffentliche IP-Adresse bleibt dem User der Aufwand mit nat erspart, daher ist die Firewall symmetrisch, sodass man sie nicht von innen punktieren kann.

Bei den Privatanschlüssen, die derzeit aktuell sind, sind die Ports eingehend alle providerseitig gesperrt, Portweiterleitungen gibt es nicht.

Weitere Testergebnisse werden wir hier ergänzen. Wenn ihr Fragen zu speziellen Szenarien habt, bitte einen eigenen Thread starten. Die Anlage ist nach wie vor bei uns in Betrieb, und wir können weitere Tests durchführen.

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Letzte Änderung: 06 Apr 2013 11:03 von andi. Begründung: Hinweis auf eigenen Thread bei Fragen
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