Mein Lebensretter Nero

…..über den Titel dieses Beitrags habe ich lange nachgedacht. Aber es erschien mir doch am treffendsten,  den treuesten Gefährten den man sich vorstellen kann so zu benennen, wie ich über ihn denke. Das mag auch eine Begründung sein, warum ich diese Hymne auf meinen Hund schreibe.

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Gerade in den letzten Wochen ist mir wieder bewusst geworden, was für ein Glück ich mit Nero habe. Und wie sensibel und treu er mir zur Seite steht. Ein Beispiel? Vorletzte Nacht glaubte Nero jede Bewegung, die er in der Nacht im Garten wahrnahm unbedingt lautstark melden zu müssen. Ich war genervt, konnte sowieso schlecht schlafen, tausende Gedanken gingen mir durch den Kopf, und so schimpfte ich mit Nero – und was tat er? Schlich auf seinen Platz, muckste sich absolut nicht mehr, und war auch am nächsten Morgen total bedrückt, schlich nur neben mir her und schaute mich völlig fragend an, was er denn bloß getan hätte? Erst als ich mit ihm redete, ihn streichelte, und ihm meine Zuneigung zeigte, taute er wieder auf und zeigte mir seine Freude deutlich.

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Das ist er, mein Nero. Und das ist seine Geschichte, und soll erklären, warum ich ihn als meinen Lebensretter bezeichne.

Hier habe ich beschrieben, wie man mit seiner Diabetes – Erkrankung nicht umgehen soll. Und von dem großen Knall berichtet, der dich irgendwann einholt. Bei mir war es 2009 soweit, als im Zusammenhang mit einer ganz anderen Operation und Erkrankung   mein Körper eindeutig „Nein“ zu meinem Verhalten sagte und massive gesundheitliche Probleme als Folge von Diabetes auftraten. Die Liste der aufgetretenen Schäden ist lang, ich möchte hier nur ein paar Schlagworte aufzählen, da es nicht um meine Krankheit(en), sondern primär um Nero gehen soll: Diabetische Neuropathie verbunden mit Unempfindlichkeit der Füße bis über die Knöchel und entsprechende Stolperanfälligkeit, Retinopathie  (Augen), Nephropatie (Nieren), also im Prinzip die ganze Palette…..

Ich wurde auf Insulintherapie umgestellt, da eine Bauchspeicheldrüsenentzündung meinem Eigeninsulin den Rest gab, und ich drei Monate sowieso nur mehr von Infusionen am Leben gehalten wurde, da Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich war. Und die Folgeschäden traten mit voller Wucht auf…..und das war das Tal der Tränen, in dem ich landete. Doch am 2. Jänner 2010 sollte sich alles grundlegend ändern, denn Nero trat in mein und das Leben meiner Familie. Er hatte es auch sicher nicht leicht gehabt. Ausgesetzt, bei -17 Grad an einen Baum gebunden wurde er gefunden – und über Vermittlung meines Freundes Toni Hobbiger kam er zu uns. Und er „zwang“ mich auf unwiderstehliche Art und Weise zu einer ganz anderen Lebensweise. Neben der notwendigen Ernährungsumstellung war es plötzlich nötig, jeden Tag spazieren zu gehen. WEIT spazieren zu gehen, stundenlang durch die Natur zu laufen. Er ist ein großer, starker Hund mit Bewegungsdrang, und den hat er mir auch angewöhnt *gg*.

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Seit mittlerweile mehr als sechs Jahren bin ich jeden Tag mit ihm unterwegs, lege jeden Monat mindestens 200 km zu Fuß zurück und es hat sich alles noch einmal zum Guten gewendet. Die Nierenwerte sind wieder völlig normal, die Augen sind stabil und nach einer Laserbehandlung 2009 ist das Sehvermögen perfekt und die alle sechs Monate durchgeführte Netzhautuntersuchung zeigt sogar eine Verbesserung der Situation. Meine Füße haben wieder mehr Gefühl,  ich habe keinerlei Probleme beim Gehen mehr, und der HbA1C-Wert war seit Nero da ist noch nie höher als 6,2%.

Und das verdanke ich einzig allein meinem treuen, wunderbaren, gutmütigen Nero. Einem Freund, dem ich wirklich blind vertrauen kann, der mir in jeder Lage zur Seite steht, und den ich tiefer in mein Herz geschlossen habe als viele (fast alle?) Menschen die mir so begegnet sind oder begegnen.

Gerade in einer Zeit, wo ich beruflich und privat wieder einmal erleben darf bzw. durfte, wie wenig man sich auf andere Menschen verlassen kann, weiß ich umso mehr die bedingungslose Treue und Freundschaft meines Nero zu schätzen. Er freut sich unbändig, wenn ich nach Hause komme, er weicht bedingungslos nicht von meiner Seite, und ist bei jedem Abenteuer mit dabei………….

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WP_20151217_11_50_55_ProUnd auch mit allen anderen Tieren im Haus versteht er sich blendend. Danke mein lieber Freund, dass es dich gibt. Denn ohne dich gäbe es mich wahrscheinlich nicht mehr.

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